Montag, 20. September 2010

tibet, 09.09. – 18.09.2010

begleitet auf unseren „nine days in tibet“ werden wir auf superguten strassen von lastwagen, schnellen geländewagen, deren han-chinesen-besitzer mit dem neusten outdoorequipment für ein paar tage urlaub ausgerüstet sind, von vielen buddhistischen pilgern, welche hunderte von kilometern meditierend nach lhasa zurücklegen, teilweise mit „niederwerfungen“ – bei jedem vierten schritt werfen sie sich ganz auf den boden. nicht alle überleben diesen marsch… die landschaft bleibt, verglichen mit den chinesischen bergen, die gleiche. es erstrahlt jedoch ein ganz anderer charme - die dörfer werden farbiger, die häuser schön geziert, man sieht nomadenfamilien in zelten, überall wehen gebetsfahnen und viele tibeter tragen die tracht. die frauen, langer rock und farbig, quergestreifte schürze, die männer mit langen mäntel, meist nur in einen ärmel geschlüpft. männlein und weiblein tragen meist langes haar, geschmückt mit farbigen bändeln und diversem schmuck. die religion lebt sichtbar auf der strasse. wir treffen in lhasa ein, spring hat ihren job beendet und weiter geht’s mit dem tibetischen guide, damdhul – konnten uns aber doch für zwei tage eine guidefreie zeit in lhasa schaffen und erkunden die stadt auf eigene faust. die stadt ist modern, laut und stark bewacht vom militär, läuft man in den strassen entdeckt man immer wieder überwachungskameras. auf dem potala palace trohnt die chinesische flagge. ehrfürchtig besichtigen wir den palast auf dem roten berg, ein wirklich imposantes gebäude mit tragischer geschichte. wir besichtigen weitere tempel und lassen uns beim spazieren durch die klingeln der ritschkas, hupen der autos, viel „helou luggi luggi, onli luggi weli tschip“ von den unzähligen farbigen souvenirständen berieseln und flüchten am liebsten in die kleinen gassen, wo der tägliche lebensbedarf für die tibeter angepriesen wird - schon geht’s mit damduhl gemäss marschplan weiter - die strengen chinesischen vorschriften beinhalten einen vorteil für uns: wann sonst hätten wir schon die gelegenheit, ein paar tage und laaange abende mit interessanten gesprächen mit einem waschechten buddhistischen tibeter zu verbringen! tagsüber waren da wieder andere mehrere pässe bis zu 5200 m.ü.m., die führen uns u.a. zum tempel von fünf panchen lamas und zum mount everest base-camp. der 8844 m hohe hügel zeigt sich uns in aller buddhaherrgottsfrüh fast wolkenlos. ab nun geht’s bergab, im wahrsten sinne des wortes. gestoppt von der wohl bis jetzt anstrengendsten und langweiligsten grenze, an der wir bis zum passieren alles in allem ca. 24 h verweilten. das allein reichte nicht, da waren noch die blöden affen, die wahnsinnig spass hatten von der mauer auf unseren estrich zu springen. an der grenze heisst es abschied nehmen von damdhul, abschied nehmen von ständiger begleitung, abschied nehmen von einer streng geplanten und kontrollierten marschroute und abschied nehmen von den meistern der administration und bürokratie - ab in die „freiheit“!