Freitag, 26. November 2010

indien teil 1, 01.11. - 23.11.2010

„incredible india!“ incredible viele inder, incredible freundliche inder, incredible neugierige inder, incredible strassenverkehr, incredible lärm, abfall und gestank, incredible hitze, incredible sehenswürdigkeiten und bis jetzt, incredible wenig durchfall. das lang ersehnte meer ruft und wir fahren quer durch indien mit besuch in den städten lucknow, agra, jaipur, pushkar. sonst fahren und fahren wir mit schönen zwischenstops der küste entgegen. was wir zu sehen kriegen sind incredible bauten von maharadschas und anderen wichtigen leuten, werden an eine indisch - muslimische hochzeit mit ca. 900 gästen geladen, mit einem incredible buffet das jeden schweizer hochzeiter aus den lackschuhen haut (wenn nicht das buffet, dann definitiv die rechnung). der bräutigam persönlich: und besuchen den berühmten riesigen kamelmarkt in rajasthan. in indien scheint die reisewelt nicht allzu gross zu sein und so treffen wir vor dem taj mahal in agra auf unsere nepalcampingplatznachbarn, patrik, marion, marla und luis mit ihrem wilbi (wirbelsturm auf „oberkuulisch“bzw., name des reisemobils) und stefan und petra mit herman. da die meisten overlander goa als weihnachtsziel anpeilen, wie wir auch, reisen wir viele km zusammen, was einige dinge angenehmer macht: die vielen neugierigen inder (teilweise bis zu 50 leute) verteilen sich auf drei autos, wobei der mitsu erst aufmerksamkeit erregt, wenn sich die türen der grossen fahrzeuge schliessen…tja, wir sind die einzigen, wo man locker-lässig den kopf ins fahrzeug reinstecken und einszueins beim kochen, abwaschen, lesen und schlafen mit dabei sein kann. der tagtägliche kampf durch das strassen-und verkehrsmeer der städte, im sog hinter herman und wilbi ist sehr praktisch und patrik und marion verwöhnen uns mit ihrer innendusche. adrians in den sand gezeichnete "abstandslinie" gibt uns bei allzu grossem "local" - ansturm für ca. 3 min. eine sendepause. unsere tradition ist gebrochen – just nach dem einreisen kein garagenbesuch – doch zu früh gefreut – kurz vor mumbai, ein hässliches geräusch beim bremsen und schwups, kein bremsbelag mehr – dank patrik und passenden, schnell aufzutreibenden ersatzbelägen wurde innert drei stunden wieder zufrieden gebremst – ohne garagenbesuch. gute bremsen, schnelle beschleunigung, ein aufmerksamer bei-fahrer und eine laute hupe sind hier besonders wichtig, denn es herrscht absolutes chaos: jeder macht was er will, alles ist erlaubt, alles und jeder ist auf der strasse, alle gegen einen oder einer gegen alle, wer bremst verliert – survival of the fittest in reinster form. impressionen aus „incredible india“: blogschreiben bei 40 grad aussentemperatur gleicht einer sportlichen höchstleistung. daher ist es an der zeit, sich langsam aber sicher ans meer zu moven und dort auf kühlende winde zu hoffen. in diesem sinne, see you on the beach in goa.

Samstag, 30. Oktober 2010

nepal teil 2, 04.10. - 31.10.2010

„…gekommen um zu bleiben, wir gehen hier nicht mehr weg“ – wir bewegen uns frei nach diesem motto – seeehr laaaaangsaaam. nach sechs monaten sind wir auf dem heimweg – ab jetzt heisst es „weschtwerts, dem nebel und der kälte entgegen…“ nepal – klein, aber oho. von der flächengrösse her nicht eines der grössten länder der erde (93. stelle, schweiz 132.), dafür vielfältig und übersichtlich. im himalajagebiet temperaturmässig kühl, in tiefer gelegenen gebieten und im süden heiss und superschwül mit dschungel und wilden tieren wie in südafrika. das alles macht nepal zu einem idealen reiseland und ist daher auch stark touristisch. folglich spricht ein grossteil der locals englisch. doch alles der reihe nach: wir lassen das gewusel der hauptstadt hinter uns, fahren ins ruhige, grüne pokhara am see und geniessen die tage auf dem overlander-camping mitten in reisfeldern. unser luxus, ein jahr auszeit – laaange brunchen, lesen, wieder kaffee trinken, ausgiebig kochen, nepal ice, plaudern mit anderen overlandern und das einzige was beschäftigt ist die flucht vor der hitze oder leider auch häufig vor dem strömenden regen (obwohl der monsum theoretisch vorbei sein sollte) – posen mit „nepali umbrella“. ausser faulenzen gehen wir auch trekken. fünf tage laufen wir durch den dschungel und mit ausblick auf südanapurna, anapurna III, dhaulagiri, machhapuchare und co. als „spitzenläufer“ waren wir mit jai rai, unserem guide, zügig unterwegs. so zügig, dass wir unseren muskelkater in hot springs am trek und später wieder in pokhara auskurierten. herden von ziegen wurden während unserer trekkingroute ins tal getrieben um am „dasain festival“, den göttern geopfert zu werden – auch wir kommen in genuss einer solchen ziege und es war anständig gut. trotz festivalszeit erleben wir das land als friedlich und ruhig und wurden von streiks und demos verschont. die bisher einzig kleine strassensperre, die wir erlebten, war kurz nach der tibetischen grenze und bestand aus ca. 15 verkleideten nepalis, die uns mitten in einem dorf zu unserem erstaunen holzpenisse (der klarheithalber: mehrere, geschnitzte, männliche geschlechtsteile) an die fenster hielten – tja, andere länder, andere sitten – wir konnten die weiterfahrt unter gejohle und gelächter der versammelten gemeinschaft mit 20 rupien (30rp) erkaufen und passieren. impressionen von unterwegschen: im süden nepals, im terai, ist es tropisch heiss. angenehm wäre es eigentlich nur nach der dämmerung, welche hier zum glück bereits um 5 p.m. beginnt. dann kommen allerdings die moskitos, welche die angenehme stimmung zu vermiesen versuchen (danke anti-brumm und training vom ile…). wir campieren zuerst direkt am fluss und verschlafen frühmorgens, wie uns später alle nepalis um uns herum schilderten, dass ein rhino um den mitsu schlich…nach zwei nächten in der wildnis tauschen wir schliesslich das busbett gegen ein zimmer in einer lodge, da die klimaänderung unsere körper ganz schön durcheinander bringt – die einten haben ihre körpertemperatur der aussentemperatur angepasst und sich auf gegen 40 grad aufgeheizt. zudem sind nächtliche mehrmalige durchfallattacken in einer lodge wesentlich entspannter zu ertragen, als in einem teilzeit-rhinorevier … „abgekühlt“ machen wir dschungel-safarrriiiiii im chitwan nationalpark, auf dem rücken von elefanten, per kanu und zu fuss. belohnt werden wir mit der sichtung von rhinos, krokodilen, affen, hirsch und wildsau. leider tiger- und bärlos. nebenbei: an alle, die sich schon immer gefragt haben, ob bananen an der staude „gäg ue oder gäg abe“ wachsen: also dann... ...in india!

Freitag, 1. Oktober 2010

nepal teil 1, 18.09. – 04.10.2010

…sind wir schon drin? ein knackiger stempel im carnet de passage, zwei noch knackigere, teure visas, dafür kein autocheck, keine gesichtskontrolle und schwups –namasteeee! namaste südasien, namaste letzte tage des monsum, namaste erdrutsche, namaste linksverkehr, namaste dal bhat, samosa und nepali thali sets – ja, wir sind drin! es ist so grün und schwül wie noch in keinem unserer reiseländer zuvor. der gegenverkehr erinnert an "lovemobiles", geschmückt, verziert, laute musik und häufig ist widerstand zwecklos - darum: navigator raus! das gerücht eilte voraus – die strasse nach kathmandu sei wegen erdrutschen gesperrt. tatsächlich fahren wir über strassen, die den anschein erwecken, als seien hier kürzlich riesige erdmassen beseitigt worden. und plötzlich – kilometerlange lastwagenkolonnen – der „landslide“ kann nicht mehr weit entfernt sein…wie von den locals gelernt, fahren wir locker-lässig auf der überholspur. die schlappen polizisten schicken uns zurück, aber nach einmaligem „but we have to…“geben sie bereits auf und lassen uns durch. am beginn des rutsches ist auch für uns schluss. nach vier stunden warten wird unter jubel ein dritter bagger aufgefahren und nach einer weiteren stunde sind wir durch – im ersten schub – gelernt ist gelernt… nun, bei der einreise in ein neues land hat sich mittlerweile ein ritual ergeben: zollformalitäten erledigen und ab in die garage. das soll auch in nepal nicht anders sein, leider. der wagen leckt wieder und die hintere linke feder lahmt. im „nepalworkshop“ von irwin und dilip in kathmandu nimmt man sich der sache an. der bus in der garage und wir in einem „backpacker“ mitten im gewusel von thamel, kathmandu. hier trifft man überall und an jeder ecke auf noch mehr namaste’s – namaste, where are you from, first time in nepal, namaste rischka, namaste marihuana, namaste tiger balm, namaste trekking, namaste hallo taxi, namaste money change, namaste yak-cheese...? wir machen ein paar tage ferien in diesem gewusel und lassen uns in unserem backpacker-zimmer zudröhnen von verschiedener musik aus all den restaurants - einer art surround, lautem nepalesischem und touristischem geschrei und diversen geräuschen von verkehrsteilnehmern. sicht aus unserem zimmerfenster: natürlich fehlt auch sightseeing von diversen tempeln nicht. am durbar square mitten in der stadt, in dem bescheidenen häuschen mit dem goldenen fenster, lebt die populärste kumari (=mädchen) nepals. die kumari gilt als eine inkarnation der hinduistischen göttin durga. sie wird zum teil bereits im säuglingsalter ausgewählt und bis zu ihrer ersten menstruation als „lebende göttin“ angebetet. die aktuelle ist gerade mal fünf jahre alt - just trampen wir dort mitten in ein festival, wo die fünf jährige lebende göttin mitten durch eben dieses gewusel getragen wird – wie alles hier, immer bisschen chaotisch. die gestalten des umzugs erinnern ein bisschen an „johee“ vom einsiedler brotauswerfen, nur ohne mütschli. der bedeutendste hinduistische tempel "pashupatinath" liegt am ufer eines flusses - an den ghats, badeanlagen, werden die verstorbenen verbrannt. wo tempel und aussichten auf schnelle rupien sind, sind die sadhu’s nicht weit und schleichen umher… es hat auch viele „shopping-meilen“ und adrian fröhnt seiner lieblingsbeschäftigung. der handel ist perfekt und ab jetzt beste freunde. an alle, die irgeneinmal auch nur kurz daran denken, ihr fahrzeug in den export zu geben: warnung, hier muss ihr auto arbeiten. welch ein luxus, ein mitsubishi L300 nur zu zweit zu haben… katie meluas song „nine million bicycles“ in bejing sollte ursprünglich eigenlich „nine million motorbikes“ in kathmandu heissen. doch im zeitalter der globalen klimaerwärmung änderte das mänätschment wohl aus marketingründen den songtitel. à propos umwelt, da war der kathmandu marathon, quer durch die stadt, mitten im verkehr, smog und dem alltagsleben – den wollten wir nicht missen und rannten in der kategorie "fünf km open" mit, unter dem motto – „run together for nepal“ oder „run after more then five months sitting in a car“… so, genug gewuselt.