Samstag, 30. Oktober 2010

nepal teil 2, 04.10. - 31.10.2010

„…gekommen um zu bleiben, wir gehen hier nicht mehr weg“ – wir bewegen uns frei nach diesem motto – seeehr laaaaangsaaam. nach sechs monaten sind wir auf dem heimweg – ab jetzt heisst es „weschtwerts, dem nebel und der kälte entgegen…“ nepal – klein, aber oho. von der flächengrösse her nicht eines der grössten länder der erde (93. stelle, schweiz 132.), dafür vielfältig und übersichtlich. im himalajagebiet temperaturmässig kühl, in tiefer gelegenen gebieten und im süden heiss und superschwül mit dschungel und wilden tieren wie in südafrika. das alles macht nepal zu einem idealen reiseland und ist daher auch stark touristisch. folglich spricht ein grossteil der locals englisch. doch alles der reihe nach: wir lassen das gewusel der hauptstadt hinter uns, fahren ins ruhige, grüne pokhara am see und geniessen die tage auf dem overlander-camping mitten in reisfeldern. unser luxus, ein jahr auszeit – laaange brunchen, lesen, wieder kaffee trinken, ausgiebig kochen, nepal ice, plaudern mit anderen overlandern und das einzige was beschäftigt ist die flucht vor der hitze oder leider auch häufig vor dem strömenden regen (obwohl der monsum theoretisch vorbei sein sollte) – posen mit „nepali umbrella“. ausser faulenzen gehen wir auch trekken. fünf tage laufen wir durch den dschungel und mit ausblick auf südanapurna, anapurna III, dhaulagiri, machhapuchare und co. als „spitzenläufer“ waren wir mit jai rai, unserem guide, zügig unterwegs. so zügig, dass wir unseren muskelkater in hot springs am trek und später wieder in pokhara auskurierten. herden von ziegen wurden während unserer trekkingroute ins tal getrieben um am „dasain festival“, den göttern geopfert zu werden – auch wir kommen in genuss einer solchen ziege und es war anständig gut. trotz festivalszeit erleben wir das land als friedlich und ruhig und wurden von streiks und demos verschont. die bisher einzig kleine strassensperre, die wir erlebten, war kurz nach der tibetischen grenze und bestand aus ca. 15 verkleideten nepalis, die uns mitten in einem dorf zu unserem erstaunen holzpenisse (der klarheithalber: mehrere, geschnitzte, männliche geschlechtsteile) an die fenster hielten – tja, andere länder, andere sitten – wir konnten die weiterfahrt unter gejohle und gelächter der versammelten gemeinschaft mit 20 rupien (30rp) erkaufen und passieren. impressionen von unterwegschen: im süden nepals, im terai, ist es tropisch heiss. angenehm wäre es eigentlich nur nach der dämmerung, welche hier zum glück bereits um 5 p.m. beginnt. dann kommen allerdings die moskitos, welche die angenehme stimmung zu vermiesen versuchen (danke anti-brumm und training vom ile…). wir campieren zuerst direkt am fluss und verschlafen frühmorgens, wie uns später alle nepalis um uns herum schilderten, dass ein rhino um den mitsu schlich…nach zwei nächten in der wildnis tauschen wir schliesslich das busbett gegen ein zimmer in einer lodge, da die klimaänderung unsere körper ganz schön durcheinander bringt – die einten haben ihre körpertemperatur der aussentemperatur angepasst und sich auf gegen 40 grad aufgeheizt. zudem sind nächtliche mehrmalige durchfallattacken in einer lodge wesentlich entspannter zu ertragen, als in einem teilzeit-rhinorevier … „abgekühlt“ machen wir dschungel-safarrriiiiii im chitwan nationalpark, auf dem rücken von elefanten, per kanu und zu fuss. belohnt werden wir mit der sichtung von rhinos, krokodilen, affen, hirsch und wildsau. leider tiger- und bärlos. nebenbei: an alle, die sich schon immer gefragt haben, ob bananen an der staude „gäg ue oder gäg abe“ wachsen: also dann... ...in india!

Freitag, 1. Oktober 2010

nepal teil 1, 18.09. – 04.10.2010

…sind wir schon drin? ein knackiger stempel im carnet de passage, zwei noch knackigere, teure visas, dafür kein autocheck, keine gesichtskontrolle und schwups –namasteeee! namaste südasien, namaste letzte tage des monsum, namaste erdrutsche, namaste linksverkehr, namaste dal bhat, samosa und nepali thali sets – ja, wir sind drin! es ist so grün und schwül wie noch in keinem unserer reiseländer zuvor. der gegenverkehr erinnert an "lovemobiles", geschmückt, verziert, laute musik und häufig ist widerstand zwecklos - darum: navigator raus! das gerücht eilte voraus – die strasse nach kathmandu sei wegen erdrutschen gesperrt. tatsächlich fahren wir über strassen, die den anschein erwecken, als seien hier kürzlich riesige erdmassen beseitigt worden. und plötzlich – kilometerlange lastwagenkolonnen – der „landslide“ kann nicht mehr weit entfernt sein…wie von den locals gelernt, fahren wir locker-lässig auf der überholspur. die schlappen polizisten schicken uns zurück, aber nach einmaligem „but we have to…“geben sie bereits auf und lassen uns durch. am beginn des rutsches ist auch für uns schluss. nach vier stunden warten wird unter jubel ein dritter bagger aufgefahren und nach einer weiteren stunde sind wir durch – im ersten schub – gelernt ist gelernt… nun, bei der einreise in ein neues land hat sich mittlerweile ein ritual ergeben: zollformalitäten erledigen und ab in die garage. das soll auch in nepal nicht anders sein, leider. der wagen leckt wieder und die hintere linke feder lahmt. im „nepalworkshop“ von irwin und dilip in kathmandu nimmt man sich der sache an. der bus in der garage und wir in einem „backpacker“ mitten im gewusel von thamel, kathmandu. hier trifft man überall und an jeder ecke auf noch mehr namaste’s – namaste, where are you from, first time in nepal, namaste rischka, namaste marihuana, namaste tiger balm, namaste trekking, namaste hallo taxi, namaste money change, namaste yak-cheese...? wir machen ein paar tage ferien in diesem gewusel und lassen uns in unserem backpacker-zimmer zudröhnen von verschiedener musik aus all den restaurants - einer art surround, lautem nepalesischem und touristischem geschrei und diversen geräuschen von verkehrsteilnehmern. sicht aus unserem zimmerfenster: natürlich fehlt auch sightseeing von diversen tempeln nicht. am durbar square mitten in der stadt, in dem bescheidenen häuschen mit dem goldenen fenster, lebt die populärste kumari (=mädchen) nepals. die kumari gilt als eine inkarnation der hinduistischen göttin durga. sie wird zum teil bereits im säuglingsalter ausgewählt und bis zu ihrer ersten menstruation als „lebende göttin“ angebetet. die aktuelle ist gerade mal fünf jahre alt - just trampen wir dort mitten in ein festival, wo die fünf jährige lebende göttin mitten durch eben dieses gewusel getragen wird – wie alles hier, immer bisschen chaotisch. die gestalten des umzugs erinnern ein bisschen an „johee“ vom einsiedler brotauswerfen, nur ohne mütschli. der bedeutendste hinduistische tempel "pashupatinath" liegt am ufer eines flusses - an den ghats, badeanlagen, werden die verstorbenen verbrannt. wo tempel und aussichten auf schnelle rupien sind, sind die sadhu’s nicht weit und schleichen umher… es hat auch viele „shopping-meilen“ und adrian fröhnt seiner lieblingsbeschäftigung. der handel ist perfekt und ab jetzt beste freunde. an alle, die irgeneinmal auch nur kurz daran denken, ihr fahrzeug in den export zu geben: warnung, hier muss ihr auto arbeiten. welch ein luxus, ein mitsubishi L300 nur zu zweit zu haben… katie meluas song „nine million bicycles“ in bejing sollte ursprünglich eigenlich „nine million motorbikes“ in kathmandu heissen. doch im zeitalter der globalen klimaerwärmung änderte das mänätschment wohl aus marketingründen den songtitel. à propos umwelt, da war der kathmandu marathon, quer durch die stadt, mitten im verkehr, smog und dem alltagsleben – den wollten wir nicht missen und rannten in der kategorie "fünf km open" mit, unter dem motto – „run together for nepal“ oder „run after more then five months sitting in a car“… so, genug gewuselt.

Montag, 20. September 2010

tibet, 09.09. – 18.09.2010

begleitet auf unseren „nine days in tibet“ werden wir auf superguten strassen von lastwagen, schnellen geländewagen, deren han-chinesen-besitzer mit dem neusten outdoorequipment für ein paar tage urlaub ausgerüstet sind, von vielen buddhistischen pilgern, welche hunderte von kilometern meditierend nach lhasa zurücklegen, teilweise mit „niederwerfungen“ – bei jedem vierten schritt werfen sie sich ganz auf den boden. nicht alle überleben diesen marsch… die landschaft bleibt, verglichen mit den chinesischen bergen, die gleiche. es erstrahlt jedoch ein ganz anderer charme - die dörfer werden farbiger, die häuser schön geziert, man sieht nomadenfamilien in zelten, überall wehen gebetsfahnen und viele tibeter tragen die tracht. die frauen, langer rock und farbig, quergestreifte schürze, die männer mit langen mäntel, meist nur in einen ärmel geschlüpft. männlein und weiblein tragen meist langes haar, geschmückt mit farbigen bändeln und diversem schmuck. die religion lebt sichtbar auf der strasse. wir treffen in lhasa ein, spring hat ihren job beendet und weiter geht’s mit dem tibetischen guide, damdhul – konnten uns aber doch für zwei tage eine guidefreie zeit in lhasa schaffen und erkunden die stadt auf eigene faust. die stadt ist modern, laut und stark bewacht vom militär, läuft man in den strassen entdeckt man immer wieder überwachungskameras. auf dem potala palace trohnt die chinesische flagge. ehrfürchtig besichtigen wir den palast auf dem roten berg, ein wirklich imposantes gebäude mit tragischer geschichte. wir besichtigen weitere tempel und lassen uns beim spazieren durch die klingeln der ritschkas, hupen der autos, viel „helou luggi luggi, onli luggi weli tschip“ von den unzähligen farbigen souvenirständen berieseln und flüchten am liebsten in die kleinen gassen, wo der tägliche lebensbedarf für die tibeter angepriesen wird - schon geht’s mit damduhl gemäss marschplan weiter - die strengen chinesischen vorschriften beinhalten einen vorteil für uns: wann sonst hätten wir schon die gelegenheit, ein paar tage und laaange abende mit interessanten gesprächen mit einem waschechten buddhistischen tibeter zu verbringen! tagsüber waren da wieder andere mehrere pässe bis zu 5200 m.ü.m., die führen uns u.a. zum tempel von fünf panchen lamas und zum mount everest base-camp. der 8844 m hohe hügel zeigt sich uns in aller buddhaherrgottsfrüh fast wolkenlos. ab nun geht’s bergab, im wahrsten sinne des wortes. gestoppt von der wohl bis jetzt anstrengendsten und langweiligsten grenze, an der wir bis zum passieren alles in allem ca. 24 h verweilten. das allein reichte nicht, da waren noch die blöden affen, die wahnsinnig spass hatten von der mauer auf unseren estrich zu springen. an der grenze heisst es abschied nehmen von damdhul, abschied nehmen von ständiger begleitung, abschied nehmen von einer streng geplanten und kontrollierten marschroute und abschied nehmen von den meistern der administration und bürokratie - ab in die „freiheit“!

Mittwoch, 1. September 2010

china, 28.08. – 09.09.2010

wir sind jetzt zu dritt…im reich der mitte, genauer gesagt mitte links. trotz aller unsicherheiten über den bevorstehenden grenzübertritt sind wir schlussement schlank beim mongolischen und chinesischen zoll vorbeigekommen und es scheint, als schreiben wir bisschen geschichte - erste ausländer, welche im eigenen auto diesen grenzübergang passiert haben… in china ist alles bisschen komplizierter und aufgrund einer fehlplanung seitens unseres touroperators kommt der mitsu gleich nach der grenze für zwei tage in quarantäne und wir schlafen seit drei monaten das erste mal im hotel. kompliziert heisst: reist man mit dem eigenen auto in china ein, muss man diverse spezielle vorschriften befolgen. wir erhalten einen guide, der uns während der ganzen china- und tibettour begleitet, müssen einen umweg von ca. 600 km fahren um den bus beim chinesischen strassenverkehrsamt prüfen zu lassen (nebenbei, falls für diese prüfung eine note vergeben werden müsste, hätte der bus von den chinesen eine glatte vier erhalten – knapp bestanden - uiuiui…) und befolgen strengstens einen marschplan ohne grosse reserve, der täglich ca. 400 km busfahren beinhaltet – somit waren wir durch die zwei tage busquarantäne gleich 800 km im rückstand… nach dieser ganzen bürokratie fahren wir also gemäss marschplan durch die mitte links, durch die von den han-chinesen sogenannten „minority“-gebiete xinjiang, gansu, quinghai und tibet. während den ersten drei provinzen begleitet uns die nette spring – jung, dynamisch, englischsprechend - wir denken, wir werden ihr in langer erinnerung bleiben, denn scheinen wir doch die ersten touris zu sein, die ständig dem strengen marschplan hinterher jagen und dennoch zwei halbe tage in der autogarage verbringen - wegen halt so kleinen leck’s…nebenbei wird noch eine neue kupplung eingebaut - kann man immer gebrauchen! ausser dem vielen busfahren und passieren von umgekippten lastwagen, geniessen wir auch kulinarische höhenflüge. ja, die chinesische menukarte bietet neben ganz viel unanständigem essen, sehr viel anständiges. eben garagenbesuche - nebenbei nachhilfeunterricht für chinesische kids, dass es ausser china und amerika noch andere länder gibt auf dieser erde, wie zum beispiel „ruishi“! nach getaner arbeit, gibt’s ein feierabendbier mit den mechs, à la chinesischer trinktechnik (kleine gläser dafür mit kartenspiel und wer verliert trinkt hops ex ein oder zwei gläser)… zwischen garage und marschplan, besuchen wir kleine orte und grosse städte, voll mit gemüse- und fruchtständen, total ungewohnt nach zwei monaten mongolei. überall auf den strassen wird gekocht, gegessen, gespielt… natürlich fehlt auch ein besuch der chinesischen mauer nicht. eben marschplan – wir düsen auf asphaltstrassen durch wunderschöne kulissen mit feldern voll von getreide, mais, melonen-, tomaten- zwiebelfeldern und noch vieles mehr. herbstzeit = erntezeit und die farmer sind am arbeiten… begleitet werden die strassen durch ständige werbeplakate für förderung der landwirtschaft, einkindpolitik und sonstige chinesische besonderheiten. mehr richtung mitte unten links kamen auch die hohen berge, von denen wir mehrere pässe in der höhe von 4500 bis 5220m.ü.m. passieren. zu unserem und v.a. springs erstaunen gings mit nur leichtem schwarzen räucheln des mitsus sonst allen beteiligten tiptop und nach wenigen tagen, erreichen wir das tibetische hochland.